Veränderungen an den Küsten unserer Meere waren schon immer ein natürlicher und ständiger Begleiter für die Bewohner. Durch die Klimakrise können sie jedoch dramatisch zunehmen und außer Kontrolle geraten. Mit dem Anstieg des Meeresspiegels und der Zunahme extremer Stürme kommt es an vielen Küsten zu schweren Erosionen - nicht nur an der Nordsee, sondern auch im Mittelmeer. Die Insel Djerba, ein beliebtes Urlaubsziel in Tunesien, ist ein deutliches Beispiel, wo die Erosion mit bis zu mehr als 4 m pro Jahr besonders ausgeprägt ist. Das bedeutet, dass Anwohner und Touristen ihre Strände von Jahr zu Jahr schrumpfen sehen. Das Fehlen eines Küstenschutzes ist ein schwieriger Faktor, der negative Rückkopplungen verursacht und die Küstenerosion verstärkt. Seegraswiesen, die früher in dieser Gegend weit verbreitet waren, sind ein wichtiges Ökosystem in den flachen Gewässern Südtunesiens. Dieses Ökosystem ist dafür bekannt, dass es die Wellenenergie und damit die Wellenhöhe dämpft. Im Nordosten von Djerba ist diese Wiese nur noch ein Rest der Wiese, die einst rund um die Insel existierte und sich bis in eine Tiefe von mehr als 30 m erstreckte.