Langzeitbeobachtungen im zentralen Arktischen Ozean

Die zentrale Arktis ist ein wichtiger Bestandteil des globalen Klimasystems, nicht nur durch atmosphärische Televerbindungen, sondern auch durch Verknüpfungen in der Ozeanzirkulation mit niedrigeren Breitengraden. Dort können die Gyrenzirkulation und die meridionale Umwälzung durch die Freisetzung von Süßwasser aus dem arktischen Reservoir beeinflusst werden.

Langzeitbeobachtungen im Arktischen Ozean mittels einer Vielzahl von Beobachtungsplattformen ermöglichen Schätzungen des jährlichen mittleren flüssigen Süßwassergehalts in den oberen arktischen Becken (Abbildung 1).

Neben Forschungsexpeditionen mit eisbrechenden Schiffen wie der Polarstern und luftgestützten Frühjahrsmissionen haben autonome, eisverankerte Bojensysteme wie FRAM oder MIDO seit 2006 eine nahezu ganzjährige, arktisweite Abdeckung von Temperatur- und Salzgehaltsprofilen ermöglicht. Diese Messungen liefern nicht nur Schätzungen großräumig integrierter Größen, sondern verbessern auch unser Verständnis langfristiger Veränderungen in der Eisdrift, der Schneebedeckung, des atmosphärischen Drucks und der Ozeanzirkulation sowie der Rolle lokaler Prozesse in diesen großskaligen Veränderungen.